Naturwissenschaftliche Bildung als Grundlage für berufliche und gesellschaftliche Teilhabe

17. bis 20. September 2018, GDCP-Jahrestagung in Kiel

Mit den internationalen Leistungsvergleichsstudien hat vor gut zwei Jahrzehnten das Konzept einer naturwissenschaftlichen Grundbildung Einzug in die fachdidaktische Diskussion gehalten. Anders als das Ziel einer umfassenden Bildung durch Naturwissenschaften betont der Begriff der naturwissenschaftlichen Grundbildung (für alle) den funktionalen Charakter von Lernen und Unterricht. Naturwissenschaftliche Grundbildung soll berufliche und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen, indem sie einerseits Zugang zu bestimmten Berufsfeldern ermöglicht und Schülerinnen und Schüler mit den dafür notwendigen Kompetenzen ausstattet, sowie andererseits notwendige Kompetenzen vermittelt, um gesellschaftliche Probleme mit naturwissenschaftlich-technischem Bezug verstehen und potentielle Lösungsansätze bewerten und diskutieren zu können. In der naturwissenschaftsbezogenen Fachdidaktik wurde in den letzten zwei Jahrzehnten intensiv über diese veränderte Zielsetzung naturwissenschaftlicher Bildung diskutiert – u.a. darüber, inwieweit durch die Fokussierung auf den funktionalen Aspekt von Bildung andere wichtige Aspekte von Bildung vernachlässigt werden. Allerdings wurde nur vereinzelt der Frage nachgegangen, inwieweit eine naturwissenschaftliche Grundbildung berufliche und gesellschaftliche Teilhabe tatsächlich ermöglicht. Mit dem Tagungsthema sollen Impulse zur Frage gegeben werden, ob und inwieweit die funktionalen Ansprüche an naturwissenschaftliche Grundbildung eingelöst werden (können), welche Kompetenzen dafür relevant sind und inwieweit die Konzeption naturwissenschaftlicher Grundbildung nach zwei Jahrzehnten möglicherweise revidiert werden muss.

Wir laden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik 2018 in Kiel herzlich zur Teilhabe an Information und Dialog über Naturwissenschaftliche Bildung als Grundlage für berufliche und gesellschaftliche Teilhabe ein!

 

Programm

Das Programmheft der Jahrestagung 2018 finden Sie hier.

 

Qualitätsvoller Chemie- und Physikunterricht- normative und empirische Dimensionen

18. bis 21. September 2017, GDCP-Jahrestagung in Regensburg

Die Frage, wie ein qualitätsvoller Unterricht ins Werk zu setzen sei, ist so etwas wie ein Lebensthema der Schulentwicklung, der Lehrerinnen- und Lehrerbildung ebenso wie der täglichen Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern im Unterricht.
Annahmen darüber, was den qualitätsvollen Unterricht ausmache, haben meist die Leistungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler im Blick, sind aber in der Regel von Werthaltungen oder gar politischen Überzeugungen überformt. Die Schulformdebatte, wiederkehrend in Zusammenhang mit Landtagswahlen in der Bundesrepublik aufflammend, ist
ein prägnantes Beispiel dafür, wie Annahmen über die "gute Schule" mit politischen Werthaltungen oder allgemeineren Überzeugungen zur wünschenswerten Entwicklung unserer Gesellschaft verflochten werden. Die Qualität von Unterricht, auch die des Fachunterrichts in Chemie und Physik, lässt sich in wichtigen Dimensionen feststellen. Doch wonach wird dabei gefragt? Was macht die Qualität aus? Das Tagungsthema verweist auf diese zwei Seiten der Diskussion um die Unterrichtsqualität. Wenn wir über qualitätsvollen Unterricht sprechen,
muss neben empirischen Fragen auch ins Bewusstsein gehoben werden, von welchen Vorstellungen wir ausgehen, was denn Qualität ausmache. Allein die Erreichung fachlicher Lernziele wird es nicht sein, und selbst wer sich darauf beschränkt, wird ohne normative Setzungen nicht auskommen. Kunter und Ewald (2016) beschreiben unter Rückgriff auf Berliner (2005)
den qualitätsvollen Unterricht als einen Unterricht, der effektiv ist (die gesetzten Ziele erreicht) und gleichzeitig "gut", also bestimmten normativen Prinzipien folgt. Ein solches normatives Prinzip kann etwa darin bestehen, Schülerinnen und Schüler zur Übernahme von Mitverantwortung für Ihr eigenes Lernen anzuhalten - eine Setzung, die sich allein aus dem Ziel, fachliche Lernziele zu erreichen, kaum ableiten ließe.
Die Beschäftigung mit der Frage, was qualitätsvollen Unterricht ausmache, hat demnach eine empirische Seite, die Unterricht in seiner Gestalt und seinen Wirkungen beschreibt, und eine normative, die auf Ansprüche, Werthaltungen und Überzeugungen auf der Seite der Gestalter des
Unterrichts verweist.

Wir laden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik 2017 in Regensburg herzlich zur Teilhabe an Information und Dialog über empirische und normative Dimensionen der Qualität von Chemie- oder Physikunterricht ein!

Programm

Das Programmheft der Jahrestagung 2017 finden Sie hier.

 

Implementation fachdidaktischer Innovation im Spiegel von Forschung und Praxis

05. bis 08. September 2016, GDCP-Jahrestagung in Zürich

Das von Fragen der Fachdidaktik geleitete Nachdenken und Forschen über Unterricht vollzieht sich unter verschiedenen Perspektiven - einer deskriptiven wie einer normativen: Schülerinnen und Schüler wie Lehrkräfte setzen sich unter konkreten schulischen Bedingungen und vor einem bestimmten gesellschaftlichen und geschichtlichen Hintergrund mit Chemie und Physik wie mit sich selbst auseinander. Fachdidaktik beschreibt und analysiert, was geschieht, inwiefern gesetzte Ziele erreicht werden, identifiziert Herausforderungen, Hindernisse und setzt das so sichtbar Gewordene mit dem Wünschbaren in Beziehung:

Ist, was ist, das, was sein möge?

Inwiefern bringen wir die Möglichkeiten, die in unserer Hand liegen, zu Wirkung und Entfaltung? Vermittelt der Unterricht Wissen oder formt er sogar Bewusstsein? Bildet er? Erkennt er die systemischen Bedingungen, unter denen Schülerinnen und Schüler sich dem Gegenstand nähern, überzeugend an? Projiziert er die gewollten Bilder auf den Weg, der vor den Schülerinnen und Schülern liegt? Es sind solche Fragen, mit denen fachdidaktische Innovation konnotiert ist. An eines denken wir als Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker womöglich als erstes: Dass zwischen der Idee zu einer Innovation und ihrer Implementation ein breiter Strom von Unwägbarkeiten liegt. Unterricht ist so komplex wie stabil. Wer möchte, dass das System Unterricht von der Fachdidaktik als Disziplin lernt, der muss selbst vom Unterricht und seinen Akteuren lernen. Die Spannung zwischen Forschung und Praxis wird produktiv, wenn die Beziehung zwischen Forschung und Praxis in beide Richtungen gedacht und gelebt wird. Forschung und Praxis müssen einander zur Überformung einladen und diese mit nüchterner Analyse begleiten.

Wir laden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik 2016 in Zürich herzlich zur Teilhabe an dieser Analyse und ihrer kritischen Reflexion ein!

Programm

Das Programm der Jahrestagung 2016 finden Sie hier.